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widerrufe.de

Verzugszinsen

Lexikon · Rechtsfolgen · Stand: 2026-10-03 · Redaktion

Kurzdefinition

Eine Geldschuld ist während des Verzugs zu verzinsen, bei Verbrauchern mit fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz.

Erklärung

Wer mit einer Geldzahlung in Verzug gerät, muss Zinsen zahlen. § 288 Absatz 1 BGB bestimmt, dass eine Geldschuld während des Verzugs zu verzinsen ist. Der Zinssatz beträgt für das Jahr fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Bei Rechtsgeschäften, an denen ein Verbraucher nicht beteiligt ist, beträgt der Zinssatz für Entgeltforderungen nach Absatz 2 neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz. Der Gläubiger kann aus einem anderen Rechtsgrund höhere Zinsen verlangen. Die Geltendmachung eines weiteren Schadens ist nicht ausgeschlossen. Der Basiszinssatz wird nicht im BGB festgelegt, sondern ändert sich nach den gesetzlichen Vorgaben zu bestimmten Stichtagen. Für Verbraucher ist die Vorschrift wichtig, wenn ein Unternehmer nach einem Widerruf die Rückzahlung verzögert. Dann kann der Verbraucher ab dem Verzug Zinsen auf den Rückzahlungsbetrag fordern. Verzug setzt in der Regel eine Mahnung nach Fälligkeit voraus.

Beispiel

Der Händler erstattet nach Karolins Widerruf den Kaufpreis von 400 Euro trotz Mahnung nicht. Er ist damit in Verzug. Karolin kann zusätzlich zum Kaufpreis Zinsen verlangen, die sich nach dem Basiszinssatz plus fünf Prozentpunkten pro Jahr berechnen. Die Zinsen laufen bis zur tatsächlichen Zahlung.

Quellen und Stand

Zuletzt geprüft: 2026-10-03

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